Katastrophentour 2004
Episode I: Planung von und mit Andreas Bültmann
Die Erwartungen für das Ruderjahr 2004 wurde von mir sehr früh und hoch gesteckt: Ziel war es, das Fahrtenabzeichen schnellstmöglich zu schaffen, da ich nicht noch einmal in die Verlegenheit kommen wollte, im Dezember auf einem vereisten Steg mit Krücken umher balancieren zu müssen, um mich von Ruderkameraden als Steuermann die letzten 20 km zum Fahrtenabzeichen chauffieren zu lassen (Hier noch mal vielen Dank, das war echt Spitze!).
Das Motiv
So, nun zum Problem, schnell viele km's zu sammeln. Ich erinnerte mich an eine Rudertour von '99. Damals ruderten Lars Barkhausen und ich in fünf Tagen die Rusbend–Hannover-Verden-Minden-Rusbend-Runde (MLK, Leine, Aller, Weser, MLK). Im Anschluss an diese Tour fragten wir uns beide, ob man das auch in vier Tagen schaffen könne. Das schrie in dieser Situation nach einer Wiederholung!
Planung und Mannschaft
Der Plan war geboren, in vier Tagen diese Runde zu rudern. Jetzt hieß es nur noch, eine geeignete Mannschaft zu finden und sich auf einen Termin zu einigen. Da weit und breit keine Feiertage in Sicht waren, engte sich der Kreis der üblichen Verdächtigen deshalb stark ein, weil ein Teil der Fahrt zwangsläufig in die Woche fallen musste: Es kamen nur Berufstätige und Studenten in Frage. Nach kurzer Suche hatte ich überraschend schnell meine Mannschaft zusammen. Sie sollte sich aus Lars Meiffert, Lars Barkhausen, Thorsten Rennekamp und Wolfgang Brocks zusammensetzen. Bei dem Termin wurde es schwieriger. Um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, durfte die Tour nur drei Tage dauern. Also wurde kurzerhand beschlossen, nur bis Nienburg die Weser hinaufzurudern, um dort mit der gleichzeitig laufenden Anfängertour zusammenzutreffen, sodass ein gemeinsamer Rücktransport möglich war.
Die Tourplanung wurde durch das Medium Email bis ins kleinste Detail von uns allen gemeinsam geplant und ausdiskutiert. Man kann meiner Meinung nach von der transparentesten Tourenplanung für die Teilnehmer einer Tour sprechen, die es jemals in diesem Verein gab. Jede folgende Wanderfahrt sollte sich dies zu Herzen nehmen und selbiges sich zum Ziel und Anspruch setzen!
Diskussion um Etappen
Im Verlauf der Vorbereitungswochen kamen einige interessante Beiträge zum Thema dieser Rudertour zusammen. Ich möchte hier nur einige Auszüge zum Besten geben. Es wurden zum Beispiel Planungen diskutiert, die ganze Strecke in drei (!) Tagen zu rudern, wobei detaillierte Zeitpläne mit Pinkelpausen, Umtragen und der zu erwartenden Strömung berücksichtigt wurden, die aber alle daran scheitern sollten, dass einige nicht im Boot pinkeln konnten, keinen Bock hatten oder in Nienburg geopfert werden sollten.
Gepäckplan
Außerdem wurde ein Gepäckplan erarbeitet, um das Gewicht des Bootes zu reduzieren. Dieser sollte penibel eingehalten werden. Verstöße sollten durch eine umfassende Gepäckkontrolle durch die anderen Teilnehmer der Fahrt unterbunden werden.
Endlich war der Tag da, an dem es losgehen sollte. Proviant war ausreichend gekauft worden, das Gepäck bis aufs nötigste minimiert. Lars Meiffert verzichtete sogar komplett auf das Mitnehmen von T-Shirts (großes Lob von allen!), dafür hatte er ein Kopfkissen mit (ohne Worte!). Der Streckenplan war aufs Genaueste durchgeplant. Pausen waren festgelegt worden, Strömungen wurden berücksichtigt. Wir sollten an alles gedacht haben.
Erste Verluste
Dann kam alles anders: um 5.30 Uhr, kurz nachdem mein Wecker geklingelt hatte, bekam ich einen Anruf. Lars Barkhausen meldete sich mit einem Hexenschuss krank. Was nun? Der Plan war dahin, sämtliche Planungen hinfällig! Nach kurzer Beratschlagung mit den anderen Fahrtenteilnehmern kamen wir gemeinsam zu dem Entschluss, dass es auch zu viert zu schaffen sei. Die einhellige Meinung war, dass wir den erhöhten Kraftaufwand durch das Aufessen von Lars’ Proviant decken könnten und das man(n) ja an seinen Aufgaben wächst! Außerdem ist ein Steuermann ja nur Ballast und ohne ihn die Leine zu berudern würde doch mit Sicherheit die Spannung nur steigern!